Lesung/Buchpräsentation: H.H. Ewers: Das Grauen – Neuausgabe

14. November, 18,30 Uhr.

Der kleine Wiener Verlag Jojo Media präsentiert eine Neuausgabe von: Hanns Heinz Ewers – Das Grauen. Mit diesem Buch des bis heute umstrittenen Autors eröffnet der Verlag eine neue Buchreihe mit dem ansprechenden Titel “Untote Klassiker”.

Herausgeber Jo Piccol stellt diese mit einem Nachwort und Illustrationen versehene Ausgabe vor, die unlängst erst erschienen ist. Herausgeber Jo Piccol hat vor einigen Jahren selbst mit seinem Buch Anstaltsnotizen Bekanntheit erlangt. Mit Ewers eröffnet er eine Buchreihe, die Titeln einen Platz verschaffen soll, die sich nicht in den Bestsellerlisten finden, aber aufgrund ihrer Eigenart und Bedeutung beachtenswert sind. Ewers hat mit dem Roman “Alraune” einen Klassiker der unheimlichen Literatur geschaffen.

Cover: H.H. Ewers: Das GrauenHanns Heinz Ewers (1871 – 1943) war der erste deutsche Popstar der unheimlichen Literatur.

Für Furore sorgte Ewers nicht nur als kreatives Multitalent – er begann seine Karriere als Dichter, Kinderbuchautor, Übersetzer und Satiriker, war Mitbegründer des ersten Berliner Kabaretts “Ueberbrettl”, Stummfilmpionier der ersten Stunde und schrieb publicityträchtige Bestseller wie “Alraune” -, sondern vor allem auch durch sein exzessives und skandalträchtiges Privatleben als Celebrity seiner Zeit. So wurde er unter anderem wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften verurteilt, konsumierte Rauschmittel aller Art  und hatte zahlreiche Affären.

Ewers stand in Kontakt mit vielen prominenten Zeitgenossen – von Künstlerkollegen wie Gustav Klimt oder Max Reinhardt bis hin zu einflussreichen gesellschaftlichen und politischen Kreisen. Aufgrund seiner opportunistischen Anbiederung an das Nazi-Regime wurde er angeblich von Adolf Hitler selbst per Handschlag in die NSDAP aufgenommen und mit der Ausarbeitung des Propagandaromans “Horst Wessel” beauftragt. Dennoch fiel Ewers auch unter den Nationalsozialisten schnell wieder in Ungnade, seine Bücher wurden als entartet verbrannt, er selbst mit Schreibverbot belegt. Ewers starb schließlich vereinsamt und vergessen 1943 in Berlin.

 

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