Leipziger Buchmesse & Verlagsvorstellung Savage Types (UPDATE)

Logo Buchmesse LeipzigUPDATE: Dass die Leipziger Buchmesse inzwischen abgesagt wurde, ist für viele der kleinen Verlage ein Debakel, das sie auf hohen Kosten sitzen lässt, die sie mangels Messe kaum wieder einspielen können.

Wer gern helfen und Mini-Publisher wie Savage Types oder Blutwut unterstützen möchte und kann, jeder der kleinen Verlage freut sich zur Zeit wohl ganz besonders, wenn man die Bücher direkt bei Ihnen bestellt.  Damit fällt die Handelsspanne weg, die enorm ist und unter diese Umständen ist für kleine Verlage jeder Euro bitter notwendig, um irgendwie die Kosten abzufangen. Denn ob eine Versicherung einspringt, ist nicht gewiss.

Neben Standgebühren gehören Messefolder, Giveaways, Merchandise, Sonderdrucke, Personal, Hotel und noch ein paar “Kleinigkeiten” bezahlt. Das kann sich zu mächtigen Beträgen summieren.


Die Leipziger Buchmesse findet dieses Jahr vom 12. – 15. März statt. Traditionell stark vertreten sind dort die Genre-Verlage, so zum Beispiel Festa, der wohl größte und bekannteste Phantastik-Verlag – Halle 3/D206.

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Apropos Festa Verlag – der Verlag bietet exklusiv auf der Messe einen Roman seines Bestseller-Autors Matt Shaw an, den dieser auf Wunsch vor Ort signiert. Das Buch wird sogar ausschließlich auf der Messe erhältlich sein. Festa Verlag hat zwar nicht viel Science Fiction im Programm – er hatte vor Jahren ein eigenes Label dafür aufgemacht, aber sehr schnell wieder fallengelassen, aber Titel wie Adjustment Day (Dystopie, im Verleih) von Chuck Palahniuk (Fight Club) oder auch der Titel Perverse Schweine (Postapokalypse) von Matt Shaw finden sich gelegentlich doch.

Die extremen Titel, wie jene von Matt Shaw, werden vom Verlag nur direkt verkauft, einzeln oder als Abo der ganzen Reihe. Festa betreibt das konsequent und das Programm, das sich auf diese Weise gestalten lässt, bestätigt diese Vorgehensweise. Matt Shaw, bei den originalen Ausgaben als Self-Publisher sein eigener Herr, ist im “Extreme Horror” inzwischen eine Größe und wie die besten Autoren dieses Genres (Edward Lee, Wrath James White), lässt er hinter all dem Sex und Blut hintergründigen Humor und ätzende Gesellschaftskritik erkennen.

Gleich gegenüber vom Festa Verlag finden sich auf einem Gemeinschaftsstand die kleineren Indie-Verlage Blutwut und Savage Types, Halle 3/D103.

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Savage Types - LogoBesonders auf den schrägen Mini-Verlag aus Berlin, Savage Types, sei aus mehreren Gründen speziell hingewiesen:

Zum einen wegen der Anthologie Tales from the Dead. 80er Jahre Retro-Horror in Buchform. Amokmarschiernde Universal-Soldiers, Monster in Seen und italienische Kannibalenfilmemacher treiben darin ihr vergnügliches Unwesen. Wie schon die erste Anthologie des Verlages werden auch hier die Geschichen von einer Rahmenhandlung umklammert, ganz im Stil der Geschichten aus der Gruft. Das ist ein auffälliges Detail, das diese Storysammlungen von ähnlichen Büchern aus der Kleinverlag-Szene abhebt.

Cover Savage Types: White KnuckleZum anderen sei auch auf den umfangreichen SF-Action-Thriller Flamingo City hingewiesen. Vordergründig ist der Roman eine Actionstory, die wie ein B-Movie auftritt, doch das Buch hat einen Menge bizarrer Ideen, die es mit Tempo und ungebremsten Vergnügen auf die Leserschaft abfeuert. Der Roman ist derart hemmungslos überdreht und unterhaltsam, augenzwinkernd selbstironisch und trashig, gegen diesen Helden wirken John Wick oder James Bond wie alte Herren mit Krücken.

Zwei brandneue Titel sind – auch wegen ihrer erstmaligen Präsentation auf der Buchmesse Leipzig – besonders bemerkenswert:

So wird die erste deutsche Übersetzung eines Romans von Eric Red präsentiert – White Knuckle.

Cover Savage Types: Flamingo CityEric Red ist Drehbuchautor und Regisseur. Auf den ersten Blick kein wirklich bekannter Namen – aber: Er ist der Dehbuchautor des schon als Klassiker benennbaren Vampir-Thrillers Near Dark. Er ist der Drehbuchautor des Thrillers Jamie-Lee Curtis Thrillers Blue Steel und der Drehbuchautor des Horror-Thrillers The Hitcher, mit Rutger Hauer als dem fiesesten Anhalter aller Zeiten. Er ist der Drehbuchautor und Regisseur des SF-Horrors Body Parts, dessen Titel Programm ist.

Dieser Eric Red schreibt Romane. White Knuckle ist ein Serienkiller-Thriller, der im Milieu der Fernlaster und Trucker spielt. Und wie solch ein Truck nimmt das Buch langsam Fahrt auf, um dann unbremsbar auf ein mörderisches Finale zuzusteuern.

Der Mini-Verlag ist überdies größenwahnsinnig genug, um sich an eine Romanheft-Serie zu wagen:

Cover Savage Types: Tales from the DeadSanto Silva heißt das Ding und ist eine dystopische, apokalyptische Geschichte, in der sich die verbliebene, unter einer kirchlichen Diktatur vereinte Menschheit mit Hilfe spezieller Dämonenjäger gegen eine Invasion der Hölle zur Wehr setzt. Santo Silva ist ein solcher Dämonenjäger, ausgestoßen aus der Kirche, doch von ihr beauftragt.

“Endzeit-Erotik-Horror” nennt der Verlag die Serie. Das erste Heft wird in Leipzig vorgestellt, danach erscheint alle zwei Monate ein Band. Zwei Staffeln zu je sechs Heften sind konzipiert. Findet die Serie Anklang, steht weiteren Staffeln nichts im Weg.

Für den Thriller White Knuckle werden auf der Messe noch diverse Gimmicks für das Publikum bereitgestellt, eine Schrulle, die sich der Verlag für jeden seiner Titel angewöhnt hat – in stets limitierter Anzahl und nur direkt bei Savage Types zu bekommen. Mit Tales from the Dead zum Beispiel wurden Trading Cards eingeführt, die ab nun für jeden Titel produziert werden.

Noch dieses Jahr wird mit Jeff Strand ein auch bei uns bekannter und beliebter, humorvoller amerikanischer Genre-Autor ins Programm gehievt. Darüber hinaus ist eine eigene Erotik-Buchreihe in Vorbereitung, in der alle Werke Genre-Literatur sein müssen, als SF, Fantasy, Horror, etc…

Wie alle kleinen Verlage plagt sich auch Savage Types mit dem Vertrieb und damit, nicht in Abhängigkeit vom weltgrößten Online-Händler zu geraten. Und man leistet sich trotz engen Budgets, auch das hebt diesen Verlag aus der Masse hervor, für die Übersetzung der englischsprachigen Titel Michael Krug, einen bekannten und erfahrenen Namen, der weit über hundert Titel für Lübbe, Festa, etc., ins Deutsche übertragen hat.

Wer sich also nach Leipzig begibt und einen kleinen Genre-Verlag unterstützen will, der viel Ehrgeiz, schrägen Humor und Liebe zu Genre-Literatur besitzt, mag vielleicht bei Savage Types, gleich gegenüber von Platzhirsch Festa, vorbeischauen und das eine oder andere Werk käuflich erwerben. Oder besorgt sich die Bücher direkt online.

 

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